Podcast, Virtual-CFO
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CFO INSIGHTS NEWS KW 47/25

Auftakt des News-Formats: Daniel Winkler und Thomas Knauff diskutieren Industriestrompreis, Renten-Streit und die Nexperia-Chip-Krise aus CFO-Perspektive.

Erschienen

21. November 2025

Host

Daniel Winkler

Argomenti

In dieser Episode des Podcasts „DAWICON CFO INSIGHTS“ starten Daniel Winkler und Thomas Knauff zusätzlich zum DAWICON CFO INSIGHTS PODCAST ein neues News-Format und schauen aus CFO-Perspektive auf verschiedene aktuelle Themen und diskutieren diese aus CFO Sicht.

In Folge 1 geht es um drei aktuelle Themen der Woche: den Industriestrompreis, die aktuelle Rentenreform-Debatte und die Chipkrise rund um Nexperia. 

Industriestrompreis: Entlastung oder nur ein teures Pflaster?

Le Industriestrompreis soll ausgewählte energieintensiven Industrieunternehmen entlasten. Der Staat subventioniert einen Teil der Energiekosten und deckelt so den Strompreis auf ca. 5 Cent pro Kilowattstunde. Aus CFO-Perspektive klingt das zunächst attraktiv, denn jeder Cent weniger beim Strom hilft der Marge – gerade in der energieintensiven Industrie mit  hoher internationaler Konkurrenz. 

In der Praxis steckt der Teufel aber im Detail: Nur ein sehr kleiner Kreis von Unternehmen profitiert vom Industriestrompreis. Die Entlastung ist auf 50 Prozent der jährlichen Stromkosten begrenzt, und dieser Anteil muss wiederum in bestimmte Zukunftsthemen investiert werden – etwa in Elektrolyse, Batteriespeicher oder Energie-Effizienzmaßnahmen. Dazu kommen Antragstellung, Dokumentation, Nachweisführung und voraussichtlich umfangreiche Prüfungen durch Wirtschaftsprüfer. Für die Unternehmenssteuerung heißt das: Du brauchst klare Prozesse, belastbare Planungen und ein sauberes internes Kontrollsystem, um den Industriestrompreis überhaupt voll nutzen zu können.

Rentenreform, Demografischer Wandel und steigende Mitarbeiterkosten

Im zweiten Block diskutieren Daniel und Thomas die hitzige Debatte rund um Rentenreform und Rentenniveau von 48 Prozent. Eigentlich ist seit Jahrzehnten klar, dass das Umlagesystem unter dem Demografischen Wandel leidet: Viele Babyboomer gehen in Rente, während deutlich weniger Beitragszahler nachkommen. Politisch wird trotzdem eher über Rentenniveau, Rente mit 63 oder Rente mit 70 gestritten, statt konsequent Kapitaldeckung und echte Strukturreformen anzugehen.

Für Unternehmen ist entscheidend: Steigen die Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung, steigen automatisch die Mitarbeiterkosten. Das schmälert deine Marge und verschärft internationalen Wettbewerb um den Standort Deutschland. Aus CFO-Perspektive musst du deshalb frühzeitig Szenarien durchrechnen: Wie wirken sich steigende Mitarbeiterkosten auf deine Profitabilität aus? Wo kannst du produktiver werden, Prozesse digitalisieren oder Geschäftsmodelle anpassen? Und wie gestaltest du Vergütungspakete, damit deine Leute trotz höherer Beiträge motiviert bleiben?

Deutschlandfonds: Viel Ankündigung, wenig Klarheit

Ein weiterer Punkt im „Herbst der Reformen“ ist der geplante Deutschlandfonds. Die Idee: Staat und private Investoren sollen gemeinsam Infrastruktur- und Zukunftsprojekte finanzieren – häufig wird in dem Zusammenhang auch von Start-ups, KI, Rüstung oder kritischer Infrastruktur gesprochen. Aus CFO-Sicht klingt das zunächst nach zusätzlicher Finanzierungsquelle, doch bisher ist unklar, wie der Deutschlandfonds genau funktionieren soll, welche Konditionen gelten und wie der Business Case für private Investoren aussieht.

Solange die Rahmenbedingungen so vage bleiben, ist der Deutschlandfonds für die konkrete Unternehmenssteuerung eher eine Fußnote als ein Gamechanger. Spannend wird es erst, wenn klar ist, wie stark Förderlogik, Regulierung und Renditeerwartung wirklich zusammenpassen.

Chipkrise 2.0: Nexperia, Lieferketten und Risikomanagement

Zum Schluss geht es um die Chipkrise: Die niederländische Regierung hatte aus Sicherheitsbedenken zeitweise die Kontrolle über den Chip-Hersteller Nexperia übernommen – ein wichtiger Lieferant für Automotive-Unternehmen in Europa. Die Reaktion aus China: Drohung mit Lieferstopp. Für OEMs hieß das ganz konkret: Ohne ein paar Cent teure Bauteile drohen Bänderstillstand, Kurzarbeit und massive Umsatzausfälle. Ein Paradebeispiel dafür, wie verwundbar globale Lieferketten geworden sind.

Aus CFO-Perspektive ist die Lehre klar: Lieferketten-Risiken gehören in dein zentrales Risikomanagement. Du brauchst Transparenz über kritische Komponenten, Alternativlieferanten, Sicherheitsbestände und deren Liquiditätseffekte. In der Chipkrise helfen dir ein sauberer Liquiditätsplan, vorbereitete Kurzarbeitsszenarien und klare Kommunikationslinien mit Banken, Gesellschaftern und Mitarbeitenden. Denn wenn dein Werk stillsteht, entscheidet oft die Qualität deines Krisenplans darüber, ob du stabil durchkommst oder in ernsthafte Schieflage gerätst.

Was du als CFO aus dieser Folge mitnehmen kannst

Diese News-Folge macht deutlich: Politische Entscheidungen wie Industriestrompreis o Rentenreform sind keine abstrakten Schlagzeilen, sondern wirken direkt auf deine GuV, deinen Cashflow und deine Mitarbeiterkosten. Geopolitische Themen wie die Chipkrise zeigen, wie eng Unternehmenssteuerung, Lieferketten und Risikomanagement zusammenhängen.

Für dich als CFO oder Unternehmer heißt das:

  • Beobachte Reformen wie Industriestrompreis e Rentenreform systematisch und übersetze sie frühzeitig in konkrete Zahlen.

  • Hole dir bei Spezialthemen – etwa Bilanzierung von Subventionen, Demografischer Wandel oder Förderprogrammen – frühzeitig Sparringspartner ins Boot.

  • Baue dein Risikomanagement so auf, dass Lieferketten, Energiepreise und Mitarbeiterkosten nicht nur Bauchgefühl, sondern fester Bestandteil deiner Planung sind.

Wenn du merkst, dass Themen wie Industriestrompreis, steigende Mitarbeiterkosten oder Lieferkettenrisiken deine Finanzplanung überfordern, lohnt sich ein Sparring mit einem virtuellen CFO.

Mit der  DAWICON unterstützen wir dich dabei, Controlling, Liquiditätsplanung und Risikomanagement so aufzusetzen, dass dein Unternehmen auch in unsicheren Zeiten stabil bleibt.

Key Takeaways

  1. 01

    Industriestrompreis aktiv prüfen

    Wenn du in einer energieintensiven Industrie unterwegs bist: Prüfe frühzeitig, ob du förderfähig bist, und richte Prozesse, Investitionsplanung und Dokumentation so ein, dass du den Industriestrompreis überhaupt nutzen kannst.

  2. 02

    Mitarbeiterkosten in Szenarien planen

    Steigende Rentenbeiträge und Sozialabgaben wirken direkt auf die Mitarbeiterkosten. Baue Szenario-Rechnungen in deine Planung ein und überlege, wo du Produktivität, Automatisierung und Preissetzung anpassen kannst.

  3. 03

    Rentenreform & Demografie im Blick behalten

    Nimm den Demografischer Wandel ernst: Kalkuliere langfristig höhere Lohnnebenkosten ein und denke über Modelle nach, mit denen du für Fachkräfte attraktiv bleibst (variable Vergütung, Beteiligung, flexible Arbeitsmodelle).

  4. 04

    Lieferketten-Risiken professionell managen

    Identifiziere kritische Bauteile und Lieferanten, definiere Alternativen, Sicherheitsbestände und klare Eskalationspfade. Halte einen Krisenplan bereit, der Liquidität, Kurzarbeit und Kommunikation mit Stakeholdern abdeckt.

  5. 05

    CFO als Ruhepol in der Krise

    In Themen wie Chipkrise oder Energiepreisschock eskaliert die Nervosität im Unternehmen schnell. Deine Aufgabe als CFO: kühlen Kopf bewahren, Zahlenlage schaffen, Optionen durchrechnen und einen klaren Maßnahmenplan führen.

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Ihr Host

Daniel Winkler

GRÜNDER · VIRTUAL CFO

23+ Jahre Finance-Management, 16 Jahre CFO-Praxis. CFO-Rollen bei börsennotierten und familiengeführten Unternehmen.

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